Ein Mann, ein Projekt und jede Menge Spam

Er tut genau das, was ihr nicht tun solltet. Er lässt sich absichtlich jeden Tag durch tausende von Spam-E-Mails bombardieren. Seine Mission? – Der meist gespammte Mensch des Planeten zu werden.

Wie kommt man auf so einen Unfug, werden manche jetzt fragen, doch das Ganze hat System. Er ist Initiator des so genannten „Spamschlucker-Projekts“. Da er schon lange fasziniert von guten Spam-Mails und Phishing ist, rief er das Projekt ins Leben, um quantitativ und qualitativ alles zu dokumentieren, was der Spam-Markt momentan so hergibt.

Da wo sich andere einen Spamfilter wünschen, da kommt er erst so richtig in Fahrt. Um diese Unmengen an Spam zu bekommen, hat er sich 20 verschiedene E-Mail-Adressen angelegt und sie auf die verschiedensten Arten in Umlauf gebracht. Verbreitung über Webseiten, Eintragung in Gewinnspiele, Poker-, und Porno-Newsletter, Klicken auf Links in Spam-Mails – es gibt nichts was er nicht schon ausprobiert- und ausgiebig dokumentiert hat.

Berthold Metz heißt der Meister des Spams. Er sieht sein Vorhaben eher als „empirisches“ und „künstlerisches“ Projekt an. In der Tat kann er einen sehr guten Beitrag damit leisten, um Spam in Zukunft besser zu verstehen, auf Besonderheiten besser zu reagieren oder einfach der Gesellschaft zu zeigen, was hinter dem illegalen Geschäft steckt. Zwar kann ich die Feststellung nicht ganz nachvollziehen, Spam als etwas Positives umzudeuten und seine Berufung als „künstlerische Existenz in der Wohlstandsgesellschaft des 21. Jahrhunderts“ damit auszudrücken, aber faszinierend ist das Projekt irgendwie schon.

Eins steht jedenfalls fest – Dieser Mann braucht wohl keinen Spamfilter zum Schutz vor Schadmails.